Ausgangslage
Im rechten Vorderrad steckte eine 4 mm Holzschraube, Luftverlust 0,4 bar pro Tag. Position: mittlere Lauffläche, kein Flankenbereich. DOT erst 18 Monate alt, Profiltiefe 6,2 mm – der Reifen lohnt sich zu retten. Ziel: fachgerechte Instandsetzung von innen, keine riskanten Außen‑Pflöcke.
Prüfung & Vorbereitung
Wir demontierten das Rad, markierten die Einstichrichtung und prüften innen die Karkasse. Keine Zerrungen, kein Runflat‑Schaden. Nach Entfernen des Fremdkörpers bohrten wir den Kanal im Winkel der Einstichrichtung auf, reinigten mit Fräser und entgrateten die Stahlcorden. Der Bereich wurde chemisch aktiviert und entfettet.
Reparatur
Zum Einsatz kam ein Pilz‑Patch (Mushroom‑Patch), der den Kanal von innen abdichtet und gleichzeitig die Lauffläche überdeckt. Der Stift wird mit Vulkanisierlösung durch den Kanal gezogen, der „Hut“ fest aufgerollt, Blasen herausgestrichen. Von außen wird der überstehende Stift bündig geschnitten. Anschließend erhielten Wulst und Felgenhorn eine Reinigung, das Rad wurde neu montiert und auf 0 g Unwucht gewuchtet.
Ergebnis & Grenzen
Der Reifen hielt den Drucktest (4,0 bar) 10 Minuten ohne Abfall und zeigte in der Seifenprüfung keine Blasen. Hinweis: Reparaturen sind nur im Kronenbereich, bis ~6 mm Loch und ohne Flanken-/Schulterbeteiligung zulässig. Hochgeschwindigkeits‑ und Runflat‑Reifen unterliegen Sonderregeln – wir beraten dazu transparent.