Ausgangslage
Der Skoda Octavia wird täglich als Pendlerfahrzeug über den Sustenpass bewegt. Nach zwei Jahren und 50 000 km war die Bremsflüssigkeit laut Bordcomputer fällig. Unser Koch‑Test ergab 3 % Wasseranteil, der Nasssiedepunkt lag nur noch bei 155 °C (Grenzwert 165 °C). Bei einer 14‑km‑Passabfahrt können Bremssättel über 250 °C erreichen – Gefahr von Dampfblasen und Pedalversagen.
Lösung
Wir setzten eine Druckspülung mit 2,2 bar ein, während das ABS per Diagnosetool in Service‑Mode pulste, um auch die Rücklaufkanäle zu entleeren. Insgesamt flossen 1,2 l DOT 4 Low‑Viscosity durch das System, bis der Leitwertsensor < 0,4 mS/cm an jeder Radbremse meldete. Anschließend wurde der Ausgleichsbehälter bis Max‑Strich gefüllt und das Bremspedal zweimal manuell gegengepumpt, um Mikroluftblasen auszutreiben. Ein abschließender Bremsenprüfstand‑Test ergab 3200 N (VA) und 2820 N (HA) Bremskraft – absolut symmetrisch.
Ergebnis
Der Nasssiedepunkt stieg auf 180 °C, Pedalweg verkürzte sich um 12 %. Die ABS‑Regelung spricht jetzt 40 ms schneller an, was besonders auf eisglatten Winterstraßen den Bremsweg verkürzt. Kunde erhielt ein digitales Protokoll mit Siedepunkt‑ und Leitwertdiagramm sowie die DOT‑4‑Charge‑Nummer zur Garantiesicherung. Wiederholungsintervall: zwei Jahre oder 60 000 km.