Ausgangslage
Der zwei Jahre alte BMW X1 roch wenige Sekunden nach dem Einschalten der Klimaanlage stark nach feuchtem Lappen. Seit der Auslieferung hatte das Fahrzeug 46 000 km zurückgelegt, meist Kurzstrecke mit abgeschalteter Klimaanlage – optimale Bedingungen für Schimmelkolonien am Verdampfer. Erste OBD‑Messungen wiesen einen dauerhaft zu hohen Verdampfer‑Feuchtewert (>60 %) aus, gleichzeitig zeigte die Innenraumluft eine Keimbelastung von 2 × 105 KBE/m³ (Grenzwert: 5 × 103 KBE/m³).
Lösung
Statt einer teuren Verdampferdemontage setzten wir auf eine kombinierte Zwei‑Phasen‑Behandlung: Zunächst wurde die Luftkanalarchitektur per Endoskop inspiziert, lose Verschmutzungen abgesaugt und die Abläufe gereinigt. Danach platzierte der Techniker einen Hochleistungs‑Ultraschall‑Vernebler im Beifahrerfußraum. Das Gerät erzeugt einen mikronisierten Hygienenebel aus einem biozidfreien Silber‑Zink‑Additiv, der durch das Gebläse jede Lamelle des Verdampfers benetzt. Während der 12‑Minuten‑Vernebelung lief die Klimaanlage bei maximaler Lüfterstufe und 18 °C Soll. Anschließend folgte ein fünfminütiger Ozon‑Schockgang (5 g/h) bei Umluft, um restliche Mikroorganismen und Gerüche in Teppichen sowie Sitzpolstern abzutöten. Zum Schluss führten wir eine Kondensat‑Trockenfahrt mit 30 °C Ausblastemperatur durch, um Feuchte unter 30 % zu erzielen.
Ergebnis
Die Nachmessung ergab eine Keimreduzierung auf 4 × 102 KBE/m³ – also 99,8 % weniger Bioaerosole. Der muffige Geruch war verschwunden, die Luft roch neutral wie in einem Neuwagen. Verdampfer‑Feuchte pendelte sich bei 38 % ein, der Kunde erhielt ein Hygienegutachten mit Vor‑/Nachwerten als PDF. Empfohlene Nachkontrolle: alle zwölf Monate oder 15 000 km. Damit bleibt das Innenraumklima dauerhaft gesund – ganz ohne Chemiekeule oder aufwendigen Aus‑ und Einbau.