Projekt‑Details

Wir reparieren den Original‑Generator – 60 % günstiger als ein Austausch­teil.

Kein Bordstrom, flackernde Scheinwerfer? – Wir bauen die Lichtmaschine fachgerecht auf Neuzustand um.

Ausgangslage

Der 316‑CDI‑Kühl­koffer startet täglich um 4 Uhr und versorgt eine 1 200‑W‑Kühlaggregat‑Nebenabtriebs­kupplung. Nach 280 000 km brach die Bordspannung unter Last auf 12,1 V ein, das Infotain­ment schaltete ab. OBD‑Messung zeigte 11 DTCs ‘Unterspannung’, Google‑Maps fror – für Liefertouren fatal. Bosch‑Generator 14 V/180 A kostet als Neuteil 940 CHF. Ziel: Schnell­revision vor der Mittags­tour.

Demontage & Analyse: Motorhaube hoch, Keilrippenriemen per Ratschenspanner entspannt. Endoskop zeigte Kohlenstaub um Schleifringe, Rotorschleifer­breite unter 2,2 mm (Grenze 3,0 mm). Geräusch­diagnose per Stethoskop: Lagersingen ab 4 000 rpm. Lichtmaschine ausgebaut, auf Prüfstand 11,6 V bei 150 A Last – Dioden leiten ↱ Arc‑Effekt.

Revision: Wir pressten die Lichtmaschine in drei Baugruppen: Stator, Rotor, Riemenscheibe. Kohle­halter entfernt, neue Schleifkohlen (17 mm Länge, Kupfergraphit C7) eingelötet. Schleifringe plan gedreht & mit 1 000er Korund poliert (Ra 0,25 µm). Dioden­brücke ‘Bosch F00M132285’ samt Gleichrichter gelötet; Spannungsregler blieb, ersetzt aber Regel­IC. Lager SKF 6203‑2Z & 6202‑2Z eingepresst, Fett LGMT‑3 beidseitig 45 % Füllgrad. Rotor am Auswucht­stand auf ≤ 0,5 gcm gebracht. Rotorgehäuse unter 60 °C eingebranntes Epoxy‑Isolier­harz, um Kriechstrom zu verhindern.

Prüfstand: 14,71 V @ 2 000 rpm, 180 A Dauerlast, Ripple 280 mV (OEM‑Grenze 500 mV). Wärmebild – keine Hot‑Spots über 70 °C. Motor wieder montiert, Riemen neue Spannung, Batterie bei 95 % SoC. Kalte Startprobe 2 h später: Spannung fällt nur auf 11,0 V, sofort 14,6 V im Stand; Kühl­aggregat und LED‑Licht flimmern nicht mehr.

Ergebnis: Kosten 380 CHF (inkl. Lohn), Zeit 2 ½ h. Keine Neucodierung, Original‑Bosch‑Nummer bleibt sichtbar; Leasing‑­Garantie unverändert. Fahrer kann nachts Licht und Kühlung gleichzeitig sicher betreiben – ein seltener Luxus im Kühlgut‑Express.

Wir überholen Generatoren nach Industrie­norm: Zuerst loggen wir die Ripple‑Spannung; ein hoher Wechsel­anteil gefährdet Steuergeräte. Danach pressen wir Rotor und Lager aus, waschen Teile im 80 ° C Lösemittel­bad, blasen sie mit 9‑bar Druck trocken. Schließen wir neue Dioden an, takten wir 180 A Dauerstrom, damit Lötzinn kristallisiert. Rotor wird ausgewuchtet – ein Gramm Unwucht bei 15 000 rpm erzeugt 150 N! Erst wenn Labornetzteil 14,7 V bei 180 A hält und die Thermografie unter 90 ° C bleibt, baut der Techniker die Maschine ein. So entsteht ein Original‑Teil in OE‑Qualität mit zwei Jahren Gewährleistung, aber ohne teuer entsorgten Altgenerator. Nachhaltig und schnell – Dein Liefer­bus steht nicht länger als eine Kaffeepause.


06. August 2025
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