Ausgangslage
Viele Golf VIII‑Fahrer melden ruckelige Übergänge, wenn das aktive Zylinderabschaltungssystem (ACT) von zwei auf vier Zylinder zurückschaltet. Gleichzeitig veröffentlichte VW ein Sicherheitsupdate gegen CAN‑Injection‑Angriffe. Das Fahrzeug unseres Kunden zeigte noch Software‑Stand 2023.10.3; im Fehlerspeicher lagen sporadische DTCs P130A („Zylinderabschaltung vorübergehend deaktiviert“) und P0606 („PCM Fehlfunktion implizit“). Der Kunde wünschte das aktuelle Patch‑Level plus eine spürbare Verfeinerung der Umschaltlogik – ohne Garantieverlust.
Diagnose & Sicherung: Nach Eingangstest fuhren wir einen Vollscan mit ODIS‑Service 28.1. Alle Steuergeräte auf Softwareliste, Prüfsummen verifiziert. Über ein Bench‑Flash‑Interface zogen wir das komplette EEPROM und Flash‑Abbild – so kann jederzeit zurückgerollt werden. Zeitgleich prüften wir die 48‑V‑Bordnetzspannung (13,9 V) und SOC des Starter‑Generators (78 %).
Update‑Ablauf: Das Update‑Paket 05E906259AB‑0003 enthielt neue Kennfelder für Klopfsensor‑Filter, Hochdruck‑Einspritzung und Zündwinkel‑Grenzen; besonders die Umschaltlogik ACT‑Map B3‑17 wurde verfeinert (Hysterese + 120 U/min). Während des Flashs (6 min) lief ein 30 A‑Stützakku, um Brown‑Out auszuschließen. CRC‑Check nach Flash bestätigte Integrität, anschließend erfolgte eine Adaption der Leerlauf‑Luftmassenregelung und ein 15‑minütiger Lernzyklus im Stand.
Probefahrt & Ergebnis: Auf der 20‑km‑Testrunde (Stadt/Land/Autobahn) schaltete das ACT‑System 17‑mal ohne wahrnehmbare Rucke. Zündwinkel‑Learn‑Values blieben bei +1,2 °, Klopfregelung minimal. Messung ergab 12 Nm mehr Drehmoment zwischen 1 800 und 2 600 rpm, 0,2 l/100 km geringeren Verbrauch laut Bordcomputer und 0,7 s schnelleren Zwischenspurt 80–120 km/h. Fehlerspeicher blieb leer.