Projekt‑Details

Chemisch‑thermische Regeneration rettet Originalfilter und spart 1 800 CHF.

Verstopfter Diesel­partikel­filter? Wir reinigen ihn gründlich, statt ihn teuer zu ersetzen.

Ausgangslage

Der Audi A6 verlor im Notlauf­modus abrupt Leistung, Display meldete „DPF voll – Werkstatt!“. OBD zeigte eine Sättigung von 230 %, Differenz­druck 82 mbar im Leerlauf, 194 mbar bei 3 000 U/min. Ursache: viele Kurzstrecken und abgebrochene Regenerationen. Ein Neuteil hätte 2 600 CHF plus Einbau gekostet. Ziel war die Rettung des Originalteils ohne Ausbau des Turboladers.

Vorbereitung: Zunächst lasen wir alle Adaptions­zähler aus, prüften Temperatur‑ und Differenz­druck­sensoren auf Plausibilität und führten einen Endoskop­scan durch den Lambda‑Port – keine Kernschmelze des Substrats, also reinigungsfähig. Danach bauten wir Sensoren aus, flanschten den DPF‑Reinigungs­adapter an und dichteten Abgasstrang ab.

Chemisch‑thermische Phase: Über die Injektions­lanze sprühten wir 1,8 l alkalischen Keramik­löser (pH 12,7) bei 3 bar ein. Der Schaum blieb 25 Minuten im Filter und löste Ruß sowie Aldehyd‑Polymer­rückstände. Anschließend spülten wir mit 80 °C Heißwasser rückwärts, bis der pH‑Wert neutral war. Eine mobile Ofen­einheit erhitzte den DPF dann auf 650 °C, um Asche zu desagglomerieren – kontrolliert mit zwei Thermo­pärchen (TEin, TAus).

Spül‑/Trocknungs­phase: Druckluft mit pulsierender Düse blies 15 Minuten lang abgelöste Partikel aus. Ein End‑Scan zeigte freie Kanäle, gleichmäßige Lichtdurch­lässigkeit. Sensoren wurden neu abgedichtet, Ölwechsel durchgeführt (Ascherückstände im Öl!). Per VCDS setzten wir Sammel­ruß­masse & Regenerations­zähler zurück und führten eine geführte Anlernfahrt mit konstanter Last bei 2 400 U/min für 20 km durch.

Ergebnis: Differenz­druck nun 9 mbar Leerlauf / 21 mbar bei 3 000 rpm, Rußmasse 18 %. Der A6 sprintet wieder ohne Notlauf, Verbrauch sank um 0,6 l/100 km. Durch die Rettung des OEM‑Filters bleiben Typgenehmigung und Garantie erhalten; der Kunde zahlte nur 680 CHF.

Partikel­filter sind kein Wegwerf­artikel – das keramik­basierte Waben­substrat hält mehrere 100 000 km, solange die Poren nicht zugeschmolzen sind. Unsere Drei‑Phasen‑Reinigung verbindet chemische Lösekraft mit kontrollierter Pyrolyse: Zuerst spaltet ein stark alkalischer Reiniger verbackene Ruß‑Polymer‑Mischungen, dann werden wasser­lösliche Asche­anteile ausgespült. Die anschließende Ofen­behandlung sprengt Blei‑ und Zink‑Phosphat‑Cluster thermisch auf, ohne das Cordierit zu schädigen. Ein fein­taktender Druckluft­puls entfernt den letzten Rest. Weil wir dabei Sensoren kalibrieren und Öl wechseln, riskiert der Motor keine Überölung oder Fehl­messung. Mess­protokolle (Differenz­druck, Durchlicht, Thermogramm) sichern deine Herstellergarantie – und das für weniger als ein Drittel der Austausch­kosten. Ganz nebenbei sparst du 25 kg CO₂, die bei Produktion eines neuen Filters anfallen würden. Nachhaltig, wirtschaftlich, messbar effektiv.


06. August 2025
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